Plasmatische Faktor-VIII-Präparate

Der Anfang der Therapie

Die medikamentöse Behandlung der Hämophlie A nahm ihren Anfang mit einer Methode, bei der der (Blutgerinnungs-)Faktor-VIII aus menschlichem Blutplasma gewonnen wurde. Das ist auch heute noch der Fall. Ein daran anschließender Reinigungsprozess hat als wichtigstes Ziel, mögliche Krankheitsauslöser (z. B. Viren) zu entfernen. Neben der Selektion der Blutspender und dem Test des verarbeiteten Plasmas gehören zahlreiche inaktivierende Produktionsschritte zum heutigen Sicherheitsstandard.

Diese Methode ist leider – in den Achtziger-Jahren des letzten Jahrhunderts – mit sehr unerwünschten Begleiterscheinungen (Infektion mit AIDS- und Hepatitis-Viren) verbunden gewesen. Zwischenzeitlich kann man zwar davon ausgehen, dass das Screening nach bekannten Viren deutlich sicherer ist. Es stellt sich aber immer noch die theoretische Frage, inwieweit neue, noch unbekannte Viren durch das Raster fallen können.

Insofern war die Entwicklung der gentechnologisch hergestellen Faktor-VIII-Präparate ein Meilenschritt in der Therapie der Hämophlie A. (Der Fachausdruck für gentechnologisch lautet „rekombinant“.)